GHOST BUSTERS

Ute Müller, Michael Strasser
kuratiert von Siggi Hofer

7. Oktober 2017 bis 5. November 2017

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Fotos von Ute Müller und Michael Strasser

Betritt man den Raum, wird das Auge sofort die Stellen suchen und finden, die es mit Wohlwollen akzeptiert und durch fortgesetztes Aufnehmen wird es sich an ihnen weiden, um dann einzugehen in das Gedächtnis. Wo es aber im Moment statisch war, beginnt alles in der Erinnerung zu schwingen, zu rotieren und klingen. Es war nie ein Kreis, nie ein Rechteck, Dreieck, nie etwas Ganzes. Der Gegenstand, der vorher mit Sicherheit dort war, ist jetzt hier, dann ganz weg. Der Klang kommt mal von dort, dann von ganz wo anders her. Verdoppelt und verdreifacht sich. Aus Harmonie wird Disharmonie, an die man sich aber gewöhnen könnte. Die Verwirrung als Choreograph der menschlichen Bewegungen und Handlungen und als Produzent des Nachklangs, der Erinnerung – die Künstlerin, der Künstler ist das perfekte Werkzeug oder Medium. Verwirrung ist auch Freiheit. Eine Erscheinung tritt meist behutsam, manchmal aber urplötzlich auf. So wie der Schauer langsam an einem empor kriecht, passiert der Satz zurück hingegen blitzschnell. Das so Schöne macht Probleme, suggeriert dies und dann suggeriert es das. Mitunter auch eine Lösung oder ein Ende. Die Verwirrung scheint berechnend. Ein System das zwingt, zu Ende gedacht zu werden und jeder weiß, dass das Ende aber die Aufgabe ist.

Der Geist der Künstlerin, des Künstlers hat ganze Arbeit geleistet und hat mit Fragmenten ein Universum geschaffen, in dem man sich entweder verliert, in das man eintaucht oder das, wenn es gerade so schön ist, erbarmungslos zurückschlägt. Mit der flachen Hand ins Gesicht, dass es nur so zischt.

Um Schönheit zu haben, muss man sie wollen. Im Banne der Kontraste nehmen wir unzählige Grauabstufungen, darunter das dunkelste und das hellste Grau, das mal einem Weiß, mal einem Schwarz zum verwechseln ähnlich sieht, wahr. Farbige Fäden geraten durch undichte Stellen in die Ausstellung. Ausgedient Geglaubtes liegt nur scheinbar brach, wirkt nur scheinbar abgelegt, liegt nur scheinbar regungslos da.Wie aus Geist und Geisterhand schweben Linien und Punkte, kollidieren miteinander und sicher bekämen sie Risse und würden auseinander brechen, wären sie nicht elastisch und wie aus Gummi.

Je mehr wir hineinsehen, desto mehr erkennen wir an Mannigfaltigkeit und Menge.
Wie es uns scheint ist das Reich der Fragmente und Kontraste unübersehbar vielgestaltig, sodass man fast genötigt wird zu unterscheiden, zusammenzustellen, um ein geordnetes Bild zu erhalten.

Kurz vor dem Ziel bringt ein kleiner Windhauch das Vorhaben aber wieder auf Anfang. Ute Müller und Michael Strasser zeigen neue Arbeiten

Text: Siggi Hofer